Lattepizzicato, Diener (NPC)

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Marco Foscari
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Lattepizzicato, Diener (NPC)

Beitrag von Marco Foscari »

Lattepizzicato


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Hintergrund

Jean-Giovanni Passepartout de Café au Lait, genannt Lattepizzicato, wurde am 3. 3. 1773 um 3 Uhr morgens in der Rue des Trois-Bornes, Hausnummer 3, Paris, geboren. Er war der Sohn eines Pariser Kammerdieners und einer italienischen Zofe, die im Dienst des Comte de Crêmefraiche-Brulé standen. Er war das einzige Kind der Familie.

Lattepizzicato wuchs zweisprachig auf und lernte von seinem Vater, der den Status eines Valet hatte, bereits in jüngsten Jahren Geschick, Sitten und Umgangsformen, um am Hof eines Fürsten eine ähnliche Karriere einzuschlagen. Mit 6 Jahren diente er bereits dem Sohn des Grafen als Pagen. Da Lattepizzicato – damals nur „Jean“ geheißen – einen wachen Geist zeigte, bekam er Unterrichtsstunden höherer Bildung, um mit dem jungen Adligen standesgemäße Korrespondenz zu führen. Jeans Bilingualität galt als Mehrwert, um dem adligen Sohn das Italienische beizubringen.

An seinem 16. Geburtstag hatte Jean seine Ausbildung zum Valet beendet, konnte die Stellung jedoch aufgrund der bald ausbrechenden Revolution nicht lange genießen. Die Familie Crêmefraiche-Brulé hatte von Anfang an Vorbehalte gegenüber dieser und betrieb früh Vorbereitungen, sich ins Ausland abzusetzen. Aufgrund einer unglücklichen Verkettung von Umständen, die hier nicht näher erklärt werden soll, wurde Jean jedoch schlicht in Paris „vergessen“. Seitdem hat er weder seinen ursprünglichen Herrn, noch seine Eltern jemals wiedergesehen.

Jean nahm daraufhin eine ganze Reihe kurioser Übergangs- und Aushilfsarbeiten an, um sich über Wasser zu halten und zeigte dabei lebenskünstlerisches Talent. Die Anekdoten aus dieser Zeit sind reichhaltig und werden immer wieder als Erklärung oder zum reinen Zeitvertreib von ihm oder Foscari angeführt; er soll dabei sogar als Spion auf Seiten der Revolutionäre und Konterrevolutionäre gewirkt haben und übergangsweise auch als Doppelspion. Etwa im Sommer 1792 bot sich die Möglichkeit für Jean, endlich wieder einem geregelten Leben nachzugehen und in die Dienste eines britischen Gentlemans zu treten, der nach dem Besuch einer Cousine nach London heimkehren wollte.

Wie sich allerdings bald herausstellte hatte sich Jean ein vergleichsweise exzentrisches Modell zugelegt, das bei einem Bridge-Spiel wettete, in 80 Tagen durch Europa zu reisen und dabei einen peniblen Zeitplan einzuhalten. Die kuriose Grand Tour endete spätestens im Winter, als bei einer Fahrt zwischen Norwegen, Finnland und Sankt Petersburg die Pferde an Hunger und Kälte verendeten. Der ruinierte Brite akzeptierte den eigenen Ruin und stand demonstrativ ungerührt so lange im finnischen Schneesturm, bis auch er festgefroren war.

Jean, dem es aus abenteuerlichen Gründen gelang – auch hier sind die näheren Umstände nicht geklärt – sich bis nach Sankt Petersburg zu schlagen, schloss sich dort einem Wanderzirkus an und tourte mit diesem dann durch ganz Ost- und Mitteleuropa, bis er zuletzt im Herbst 1793 endlich wieder in Paris ankam. Durch eine Verstrickung weiterer, noch abstruserer Zufälle – und ja, das waren sie – gelangte Jean, der mittlerweile das heutige Pseudonym trug, in den Dienst des palatinischen Botschafters Marco Foscari, nicht zuletzt in der Hoffnung, das revolutionäre Paris gegen eine ruhige Stelle in einer friedlichen Stadt eintauschen zu können.

Aussehen

Lattepizzicato ist von eher kleiner Figur, allerdings sehr flink und gewandt. Seine Haare sind kurz und schwarz, seine Augen grün-braun. Er trägt die formelle Kleidung eines Dieners, wirkt darin äußerst adrett, aber nie steif. Sein Blick ist wach, manchmal hat er einen schelmischen, gewitzten Gesichtsausdruck. Er trägt einen feinen Schnurbart. Unter seinem Gewand verbirgt er eine orientalische Waffe: einen Krummsäbel aus dem Oman, mit dem er seinen Herrn im Zweifel auch zu verteidigen weiß.

Charakter

Den Diener des Foscari zeichnet ein gut gelauntes, wenn nicht gar vorlautes Gemüt aus. Er hat eine schnelle Auffassungsgabe und besitzt genuine Kreativität, was Problemlösungen angeht. Lattepizzicato handelt eher, als er denkt, tut das aber nicht aus Leichtsinn, sondern weil er oftmals früher Sachen sieht, die andere noch nicht erahnen. Lattepizzicato zeigt immer wieder seinen unabhängigen Willen, ohne aber jemals die Interessen seines Herrn zu verletzten; dafür ist er zu loyal. Zudem besitzt er eine große Affinität zu gutem Essen und schönen Frauen.

NPC

Lattepizzicato schreibt in blau (#0000FF).
In dem Moment, da sich der Staat von seinen kulturellen Fesseln löst – der Kirche, zivilen Institutionen, Sitten und Bräuchen – wendet sich nicht nur der Bauer gegen den Adligen, sondern auch der Arme gegen den Reichen; aus Gleichheit vor dem Recht pervertiert die Vorstellung sozialer Gleichheit. Zuletzt wendete sich gar der Idiot gegen das Genie, weil dieser das Verbrechen begangen hat, anders zu sein als er selbst. - Vittorio Barzoni

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