Das Naturlexikon

Hier stehen alle wichtigen Informationen zu Kultur, Administration, Geschichte, Natur, Militär und Wirtschaft Palatinas im ausgehenden 18. Jahrhundert.
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Das Naturlexikon

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Das Naturlexikon Palatinas

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Einführung

Bereits seit der Antike beschäftigten sich die Menschen mit der sagenhaften Flora und Fauna des maccaronischen Tals. Maßgeblich waren die ornithologischen Sammlungen von Heiner an der Meise und dem formosischen Naturforscher Carlo Darvinus. Mit der Zeit formten verschiedene palatinische Naturforscher daraus einen einzigen Korpus, der bereits im späten 17. Jahrhundert in der Universität zu Palatina zu den Standardwerken der hiesigen Wissenschaft zählte.

Seine vollendete Form erreichte das Naturlexikon in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts unter Federführung der Akademie. Das Naturlexikon wird von der dortigen naturwissenschaftlichen Gesellschaft herausgegeben und beständig erweitert. Das Aussterben des maccaronischen Knusperhermelins in der Mitte des 18. Jahrhunderts hatte maßgeblichen Einfluss darauf, die bisher bekannten Tier- und Pflanzenarten zumindest schriftlich und bildlich festzuhalten.

Seit 1756 erscheint nunmehr das Naturlexikon unter dem Name "Systema Naturae Maccaronicae" und teilt sich gewöhnlich in die drei Teilbereiche Tiere, Pflanzen und Mineralien. Darin enthalten sind mittlerweile auch ausgestorbene Arten. Die Klassifizierungen - Allgemeines, Aussehen, Ruf und Unterarten, Balzverhalten und Fortpflanzung, Erwähnenswertes und Einordnung - sind bereits seit dem späten 15. Jahrhundert nachweisbar.
Wissen Sie, warum die europäische Gesellschaft stirbt? Sie stirbt, weil sie vergiftet worden ist. Sie stirbt, weil Gott sie geschaffen hatte um mit der katholischen Substanz ernährt zu werden und weil Kurpfuscher ihr die rationalistische Substanz als Nahrung verabreicht haben. Die einzelnen Menschen können sich noch retten, weil sie sich immer retten können. Aber die Gesellschaft ist verloren, nicht deshalb, weil ihre Rettung eine radikale Möglichkeit an sich darstellt, sondern weil die Gesellschaft meiner Überzeugung nach ganz offenbar nicht gerettet werden will. - Juan Donoso Cortés

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Re: Das Naturlexikon

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Wissen Sie, warum die europäische Gesellschaft stirbt? Sie stirbt, weil sie vergiftet worden ist. Sie stirbt, weil Gott sie geschaffen hatte um mit der katholischen Substanz ernährt zu werden und weil Kurpfuscher ihr die rationalistische Substanz als Nahrung verabreicht haben. Die einzelnen Menschen können sich noch retten, weil sie sich immer retten können. Aber die Gesellschaft ist verloren, nicht deshalb, weil ihre Rettung eine radikale Möglichkeit an sich darstellt, sondern weil die Gesellschaft meiner Überzeugung nach ganz offenbar nicht gerettet werden will. - Juan Donoso Cortés

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Der pisandorische Schnappüberfalter

Allgemeines
Bei diesem Tier handelt es sich um eine seltene Schmetterlingsart in Palatina, welche zumeist in Schwärmen zieht, groteskerweise aber nur mit viel Mühe angetroffen werden kann. Der pisandorische Schnappüberfalter zieht jedes Jahr zweimal durch die Republik, und wirkt in diesem schwärmenden Manöver wie eine große Pollenstaubwolke, die quer über das Land zieht. Das Auftauchen des pisandorischen Schnappüberfalters markiert für viele Palatiner den Beginn und das Ende der Jahreszeiten, da er im Frühling von Westen nach Osten, und im Herbst von Osten nach Westen zieht.
Der Name „Schnappüberfalter“ leitet sich von der besonders panischen, überstürzten Flucht der Schmetterlinge her, die nur beim kleinsten Geräusch auffliegen und im wahrsten Sinne „überschnappen“. Einige verlieren dabei sogar ihre Flügel und ihr Leben. Meistens sind sie aber so schnell weg, dass auch ein erfahrener Sammler Probleme hat, überhaupt einen zu schnappen.
Es sei hinzugefügt, dass der Schnappüberfalter im Winter nur auf Formosa vorkommt, da es hier am wärmsten ist und die Tiere diese Zeit zur Überwinterung nutzen. Ab Frühling ziehen die besagten Schwärme quer durch die Republik zu ihrem bevorzugten Sommerquartier bei Casazza, wobei einige Tiere zurückbleiben und sich quer auf der Flugroute verteilen. Zwischen Mai und September ist dieser Schmetterling daher im gesamten Mittelteil der Republik beheimatet, insbesondere südlich der Linie Sirena-Pranzo und nördlich der Linie Torre di San Giovanni-Belgrano.

Aussehen
Tatsächlich ist der Schnappüberfalter ein recht großer Schmetterling, wobei die Größe je nach Unterart variiert. Dasselbe gilt für das Aussehen. Grob gesagt hat der normale pisandorische Schnappüberfalter die Flügelspannweite, die in ihrer Länge einem großen, männlichen Mittelfinger nahe kommt.

Ruf und Unterarten
Zwar hat der der Schnappüberfalter keinen Ruf, aber insbesondere die Exemplare des pisandorischen Schnappüberfalter aus der Unterart der Groß-Kommodoren können mit ihren handtellergroßen Flügeln ein beeindruckendes „Flip-Flap“ von sich geben, wenn diese nah am Ohr vorbeisausen.
Damit kommen wir zum großen Kapitel der Unterarten, deren Katalogisierung immer noch anhält. Auf Formosa sollen in einem Winter allein 20 verschiedene Arten des pisandorischen Schnappüberfalters gesehen worden sein. Diese fünf sind allerdings die bekanntesten:

Groß-Kommodor: Dieser größte und berühmteste Schmetterling ist weniger schreckhaft als die anderen Exemplare. Seine Farben dominiert dunkles Rot, das zwei marineblaue Kleckser aufweist. Sehr selten, sehr begehrt und meistens nur in der Nähe von Ponte Capuletti oder Casazza gesichtet worden.

Herzog: Dieser mittelgroße, silbrig-goldene Schnappüberfalter ist häufiger anzutreffen und prägt in der Sommerzeit die Wiesen der großen Ebene und die Hügellandschaft nördlich Palatinas, wenn er gen Anima-See zieht, oder auf dem Rückweg nach Formosa ist. Manche Exemplare ziehen allerdings auch nicht weiter, und bleiben den ganzen Sommer über in der Umgebung der Hauptstadt.

Butterling: Ein eher kleinerer, gelblicher Schmetterling mit weißen Spuren, der sehr häufig in der Republik umherfliegt, und in seiner Masse den Schwärmen beim Umzug ihre prägnante Farbgestaltung gibt.

Republikaner: Ein schöner, mittlerer Schmetterling, aber seltener als die beiden obigen Typen. Sein blau-goldenes Muster gibt ihm seinen Namen, da seine Farben an die der Stadt Palatina erinnern.

Darvinus: Ein etwas blöder Schmetterling, der überaus hyperaktiv und schreckhaft agiert, insbesondere in der Nähe von Naturforschern mit Netzen oder allzu großen Lupengläsern. Hellblaue Farbe, fliegt gerne gegen Baumstämme.

Balzverhalten und Fortpflanzung
Der gesamte Sinn des Umzugs zwischen Formosa und Anima-See hat ähnlich der Lachswanderung fortpflanzungstechnische Gründe. Gelehrte konnte noch nicht feststellen wieso, vermuten aber, dass das Nahrungsangebot in den Sommermonaten für den pisandorischen Schnappüberfalter hier reichlicher ausfällt als auf der Insel. Die besondere Flora des Sees scheint zudem einen außerordentlich nährhaltigen Nektar zu enthalten.

Schnappüberfalter begehen einen speziellen Balzflug, bei dem ein Duo eine sehr komplizierte Flugeinlage bringt, die – sollte sie nicht durch Ruhestörer unterbrochen werden – die Paarung nach sich zieht. Die kleinen Larven transformieren sich dabei außerordentlich schnell zu neuen Schmetterlingen, die bereits Ende des Herbstes mit den restlichen Schmetterlingen zurück nach Formosa fliegen.

Erwähnenswertes
Am Schnappüberfaltertag finden sich die Bewohner des Umlandes in Ponte Capuletti ein. Das Dorf gilt als wichtigster Pausenort der Schnappüberfalter zwischen ihrem Winterquartier auf Formosa und dem Sommerquartier am Anima-See bei Casazza. Der Schnappüberfaltertag findet am 2. Februar statt, zu Maria Lichtmess, bei dem der Bürgermeister eruiert, wie viele Schnappüberfalter Ponte Capuletti überquert haben, und ob es einen frühen Frühling gibt. Dabei werden die verlorenen Flügel gezählt, die der Schwarm verliert, wenn der Bürgermeister sie mit dem alljährlichen „Eki-Eki-PATENG!“ auf der Brücke erschreckt, die mitten in der Flugschneise liegt.

Viele Bauernsprüche hängen daher mit dem Auftauchen dieses Schmetterlings zusammen. So sagt man in Ponte Capuletti: „Ein pisandorischer Schnappüberfalter macht zwar keinen Mai, aber wenigstens einen April“, oder: „Wenn die Schnappüberfalter nach Osten fliegen, gibt es einen frühen Frühling“.

Der Name soll nicht zuletzt auf den griechischen Gelehrten Pisandoros (lat.: Pisandorus) zurückgehen, der in Palatina wirkte und den Schmetterling zuerst beschrieben haben soll.

Einordnung
Familie der Nymphalidae (Edelfalter): Aglais pisandoricus Eki-Eki-PATENG! timens

Status
Wenig bedroht [Stufe 2].
Wissen Sie, warum die europäische Gesellschaft stirbt? Sie stirbt, weil sie vergiftet worden ist. Sie stirbt, weil Gott sie geschaffen hatte um mit der katholischen Substanz ernährt zu werden und weil Kurpfuscher ihr die rationalistische Substanz als Nahrung verabreicht haben. Die einzelnen Menschen können sich noch retten, weil sie sich immer retten können. Aber die Gesellschaft ist verloren, nicht deshalb, weil ihre Rettung eine radikale Möglichkeit an sich darstellt, sondern weil die Gesellschaft meiner Überzeugung nach ganz offenbar nicht gerettet werden will. - Juan Donoso Cortés

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Die pappardellische Schlafweinlausschnecke

Allgemeines
Diese berüchtigte Schneckenart ist bei Winzern und RPG-Spielern gefürchtet. Seit den ältesten Zeiten wird ihr Vorkommen im Gebiet der Republik tradiert. Die antike Stadt Tartella in den Hügeln von San Matteo soll ihr zum Opfer gefallen sein, wie schon der große antike Autor Furunculus in seinem Werk berichtet. Viele Historiker verbannen diesen Mythos zwar als Legende, doch es zeigt, dass bereits in der römischen Epoche dieser Schädling existierte, und seine katastrophalen Wirkungen bekannt waren. Mehrfach wurden in der Geschichte Palatinas und der umliegenden Regionalstädte ganze Weinlesen von diesen Schnecken vernichtet.
Tatsächlich gibt es in nahezu jedem palatinischen Gebiet, wo die Menschen Weinberge angelegt haben, die Möglichkeit, dass sich dort pappardellische Schlafweinlausschnecken ansiedeln. Auffällig ist dabei der Umstand, dass dieser Schädling nur in übergroßer Zahl, oder kaum auftritt. Sie ähneln damit Heuschreckenschwärmen, die ganze Gebiete überfallen. Schlafweinlausschnecken fressen sowohl Weintrauben, als auch Weinblätter, um ihren typischen Schleim zu produzieren, der noch mehr Trauben und Blätter vernichtet. Der Schleim ist dabei unerlässlich für die Fortpflanzung der Schnecke.
Ein weiterer Effekt ist dabei die betäubende Wirkung dieses Schleimes, der einen Stoff durch Oxidation hervorbringt, der nahe Tiere oder Menschen in einen Dornröschenschlaf fallen lässt. Dieser Stoff wird – so nehmen führende Alchemisten und Quacksalber an – nicht nur über den Geruchssinn aufgenommen, da auch nachweislich geruchsgestörte Lebewesen einschliefen. Die Universität zu Palatina verweist dabei auf das Experiment mit dem stinkenden, alten Ronaldo aus den Schemen, der trotzdem bereits auf fünf Ellen Entfernung in tiefsten Schlaf versank.

Aussehen
Die Schlafweinlausschnecke hat ihr beschreibendes Adjektiv nicht ohne Grund. Der Laie kann sie bereits an ihrer breiten, zugleich flachen Form erkennen. Sie ähnelt damit einer platt gedrückten Nacktschnecke, welche zwei Stielaugen an der vorderen Seite beherbergt. Ihre Farbe ist eidottergelb.
Die Größe variiert dagegen. Zumeist ist die pappardellische Schlafweinlausschnecke etwa so groß wie der Mittelfinger eines gewöhnlichen Mannes, kann aber auch das Anderthalbfache dieser Größe erreichen. Rebstöcke, die von diesem Tier befallen werden, ähneln daher kleinen Sträuchern mit daran hängenden Pastafäden.

Ruf und Unterarten
Schnecken rufen nicht. Sie schleimen. Was jedoch die Unterarten betrifft, so konnten in den vergangenen Jahrhunderten tatsächlich zwei Typen ausgemacht werden.
Ist die klassische pappardellische Schlafweinlausschnecke in Palatina eidottergelbfarben und am meisten verbreitet, so gibt es lokale Besonderheiten. In den Südlichen Regionen der Republik existiert eine Art mit kleinen, schwarz-grauen Punkten, die winzigen Grießweizenkörnern ähneln. Die von Furunculus geschilderten Schlafweinlausschnecken, welche das legendäre Tartella vernichtet haben sollen, treffen haargenau auf diese Beschreibung zu.

Balzverhalten und Fortpflanzung
Schleim. Schleim. Und nochmals: SCHLEIM.
Die Zeit der Fortpflanzung fällt zudem auf das Frühjahr und den Herbst, was eine erhöhte Gefahr der Schlafweinlausschneckenplage in diesen Zeiträumen bedeutet.

Erwähnenswertes
Heiner an der Meise – berühmter Ornithologe Palatinas – hatte sich Zeit seines Lebens das Ziel gesetzt, einen Vogel zu züchten, der diese Art völlig ausrotten sollte, oder zumindest so einzudämmen, dass sie zu keinen größeren Leseausfällen führte. Da die Schnecke allerdings um sich herum ein schlafbestäubendes Milieu schafft, fielen die Vögel meistens bewusstlos herab, wenn sie sich auf den Schädling stürzen wollten.
Gewonnener Schlafweinlausschneckenwein soll die Libido stärken.
Eine große Schlafweinlausschneckenplage mitsamt ihres Schleims kann ganze Städte einschläfern und RPG-Gemeinden für Monate stagnieren lassen. Schlafweinlausschneckenplagen finden meist dann statt, wenn der Admin grad viel im RL zu tun hat und keine Zeit für die Betreuung seines Forums.

Einordnung
Limax vinomanducanensis et morphium pro persona ludentis quae in lethargiam cadet

Status
Nicht bedroht [Stufe 1].
Wissen Sie, warum die europäische Gesellschaft stirbt? Sie stirbt, weil sie vergiftet worden ist. Sie stirbt, weil Gott sie geschaffen hatte um mit der katholischen Substanz ernährt zu werden und weil Kurpfuscher ihr die rationalistische Substanz als Nahrung verabreicht haben. Die einzelnen Menschen können sich noch retten, weil sie sich immer retten können. Aber die Gesellschaft ist verloren, nicht deshalb, weil ihre Rettung eine radikale Möglichkeit an sich darstellt, sondern weil die Gesellschaft meiner Überzeugung nach ganz offenbar nicht gerettet werden will. - Juan Donoso Cortés

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Der linguinische Suppenpapagei

Einleitung
Der linguinische Suppenpapagei stammt ursprünglich aus der Neuen Welt, nämlich aus der Schwesterrepublik Auriana auf der anderen Seite des Ozeans, die von palatinischen Kolonisten besiedelt wurde. Dort ist er in weiten Gebieten jenes Staates heimisch. Besonders bekannt geworden ist der linguinische Suppenpapagei durch seine unglaubliche Sprachfertigkeit, sowie sein wohlschmeckendes Fleisch.
Damit erklärt sich auch der eine Namensbestandteil; der andere rührt von seinem Entdecker her, Arnoldo Linguini, der bereits of aufgrund seiner Entdeckung bisher erwähnt wurde. Seine erste und bedeutendste Entdeckung war dabei dieser Vogel. Er war der Schwippschwager eines dortigen Stadtherrn, Iulius Sulla (Palatinisch: Giulio Silla), welcher die nähere Umgebung erkunden sollte und den nahen Mischwald erreichte. Dabei stieß er auf diesen bemerkenswerten Vogel; der Eintrag aus seinem Notizbuch ist bis heute erhalten:

Erster Taghige in den Umlanden:

Heutig ist ein garlich erfreuiglicher Tag, denn es ward, als ob sich jedes meiner Gedärme umgedrehigt hattigt for Vreud. Im Walde nördlichgt unserer Siedelung stieß ich auf eine nochigt vollständiglich unbekannte Artigt, so majestatiglich und ansehbar, intellektulitastisch und papageiig wie ein Papagei.
Wir aßigen ihn sofort.


„Mit Gemüse und Knoblauch in der Suppe“, fügte Linguini auf seinem Sterbebett hinzu, nachdem er aus Versehen bei einer späteren Expedition in den Borja-Sümpfen ein Krokodil hatte verspeisen wollen – das man im Gegensatz zum linguinischen Suppenpapagei nicht einfach in einem Stück in einen Suppentopf stecken konnte.

Linguini hatte gleich nach der Rückkehr in die Hafensiedlung damals seinen ersten Bericht über die unbekannten Papageien verfasst – ein Kochbuch*. Dies war der Beginn der kulinarischen Entdeckung dieses Tieres, das schon sehr früh als wohlschmeckendes Essen bekannt wurde, allerdings auch der Anfang des Rückgangs der Bestände und die Auslöschung der beiden Arten, die Auriana am Nächsten wohnten. Besonders für die, welche nichts hatten, war der Papagei in der Suppe eine Abwechslung, während die reichen und wohlhabenden Bürger den Vogel lieber panierten.
Bemerkenswert dabei ist, dass der Vogel immer in einem Stück bleibt.
Schon bald aber avancierte der Papagei zum Haustier, einige Adlige, aber auch Seemänner und Kneipenbesitzer legten sich diesen zu. Herzog Venturi, erster Herrscher ganz Aurianas, besaß ebenfalls einen linguinischen Suppenpapagei, welchen er sehr schätzte – außerdem teilten sie wohl viele Lebensansichten. Daher geschah es, dass nach der Einigung der Stadt der linguinische Suppenpapagei zum Wappenvogel erhoben wurde.

Aufgrund des Austauschs zwischen beiden Republiken nisteten sich bereits im beginnenden 16. Jahrhundert vermehrt Vertreter dieser Papageienart in Palatina an. Das warme Klima und die vielfältige Flora begünstigten diesen Trend. Dabei stellte ihr ursprüngliches Nistgebiet der Alte Wald dar, eben jener Wald, der am nächsten zu Porto Vecchio liegt, wo Schiffe aus aller Welt anlegen.

Aussehen
Lange Schwanzfedern, stets gebeugter Kopf nach vorne, Schnabel von dunkelgrau bis hellschwarz reichend, Federfarben entweder blau und gelb oder rot und grün; mürrischer, misstrauischer Blick.

Ruf und Unterarten
Ähnelt einem „Hey, du fetter Vollidiot, mach mich nicht nach, sonst setzt es was!“ oder einem „Wenn du noch einmal in den Wald pfeifst, dann komm ich dir da runter, du hirnamputierter Dorftourist!“ bis hin zum „Mein Leben ist ja so sinnlos…“.
Die Rufe des Vogels variieren von Region zu Region, so hat die ausgestorbene Unterart des Kap-Sarmatius jeden mit einem „Ohjo, do gäbbes oba ne Fluad om Kapp! Wennäh, de Szponioa komm’n!“ begrüßt, die westliche Avaris-Art (ebenfalls ausgestorben) ermahnte jeden mit einem „Bass opp do, Jung, oder isch kumm dir do röva!“.
Die Süd-Aurianische Unterart im dichten Fichtenwald unterhalb Verignons ist weit vernehmbar, besonders das schallende „Hascht Geld dabei, gell?“ ist nie zu überhören.

Die Südöstlich-Aurianische Rasse unterscheidet sich wiederum wesentlich von allen anderen Arten, und spricht mit keinem anderen, rassenfremden Papagei. Der Ruf ist daher nur sehr selten zu hören, die Expedition unter dem großen Ornithologen Heiner an der Meise jedoch hat Anno 1552 einige – wenn auch schwer verständliche – Sprachfetzen mitbekommen können, die im Großen und Ganzen aus einem wiederholenden „SAUPREISSN! SAUPREISSN! HAUT’S AB!“ bestand.
Die nordöstlich davon lebenden linguinischen Suppenpapageie um Arestion zeichnen sich durch Offenheit aus, berühmt ist der Ausspruch des nachmaligen Hauspapageis Herzog Venturis, als dieser das Tier zum ersten Mal sah: „Gänsefleisch äus döm Wehg göhn? Se stöhn mir in der Sönne. Dongä.“
Die zentral-virginische Art wurde bisher nicht näher untersucht. Wie so viele unbekannte Unterarten des linguinischen Suppenpapageis muss sie noch näher erforscht werden.

Die Arten in Palatina zeigen verblüffenderweise ein ähnliches Schema auf. Im Südwesten des Landes lebt die Süd-Aurianisch schwäbelnde Rasse, im Südosten die Südostliche-bajuwarische, und im Osten die nordöstlich sächselnde. Der Norden und Nordwesten bleibt dabei unbewohnt, so, als überließen die Papageien diesen Platz ihren ausgestorbenen Vertretern.

Balzverhalten und Fortpflanzung
Die Kommunikation spielt hier eine wichtige Rolle. An der Meise konnte feststellen, dass es zwischen den Rassen (ausgenommen die südöstlich-aurianischen) immer wieder Vermischungen gab und gibt, obwohl sich die Rufe unterscheiden.

Meistens darf der Suppenpapagei-Mann den ersten Schritt machen, zuerst mit Komplimenten („Dein Kropf erinnert mich an den meiner Mutter“), anschließend mit Geschenken. Sobald der Schlüsselsatz fällt („Gehen wir zu dir oder zu mir?“) ohne dass das Weibchen ihm beide Augen auspickt, findet die Begattung statt.
Durchschnittlich legt ein Suppenpapagei 6 Eier. Allerdings werden 4 davon innerhalb der Brutzeit wieder aus dem Nest geworfen, wegen der manisch depressiven Mütter. Währenddessen säuft sich der Vater mit Honigwasser zu, verfällt einem deliriumsähnlichen Zustand, und macht sich spätestens einige Stunden später aus dem Staub.
Die Küken schlüpfen bereits nach kurzer Zeit, und sind so nervtötend, dass die Mutter sie ebenfalls aus dem Nest werfen will – so erlernt der Suppenpapagei bereits früh das Fliegen.

Erwähnenswertes
Trotz der widrigen Umstände behauptet sich das Tier zunehmend, hat sich angepasst und lebt in seinen Kolonien – abgesehen von den Papageien, die der Mensch gefangen, und jetzt ihre Parolen zu ertragen hat. Er kann etwa 90% des menschlichen Wortschatzes wiedergeben, und etwa 170% der menschlichen Beleidigungen, Kraftausdrücke und Schimpfworte. In intellektuell minderwertiger Umgebung kann er depressiv werden, in intellektuell hoch stehender auf Weltherrschaftsphantasien kommen. Heute gibt es mindestens fünf anerkannte Verbände in der Republik Auriana, welche an dem Wohl der Wappentiere interessiert sind, der größte ist der Witwen- und Waisenverband Auriana, die gute Beziehungen zu einer ähnlichen Vereinigung für Knusperhermeline in Palatina unterhält .
Die Hauptnahrung des linguinischen Suppenpapageis sind Cracker. Ein linguinischer Suppenpapagei kann in freier Wildbahn bis zu 105 Jahren alt werden.
In einer Suppe nicht.

Einordnung
Familie der Papageien (Psittacitae), Psittacita sarcasticus et yamyam in suppam

Status
Nicht bedroht, bedroht eher andere Tiere [Stufe 0].
______________________________________
*”Papageien in Suppe und parniert – aurianische Schlemmereien”, erschienen im Dampftopf&Söhne-Verlag.
Wissen Sie, warum die europäische Gesellschaft stirbt? Sie stirbt, weil sie vergiftet worden ist. Sie stirbt, weil Gott sie geschaffen hatte um mit der katholischen Substanz ernährt zu werden und weil Kurpfuscher ihr die rationalistische Substanz als Nahrung verabreicht haben. Die einzelnen Menschen können sich noch retten, weil sie sich immer retten können. Aber die Gesellschaft ist verloren, nicht deshalb, weil ihre Rettung eine radikale Möglichkeit an sich darstellt, sondern weil die Gesellschaft meiner Überzeugung nach ganz offenbar nicht gerettet werden will. - Juan Donoso Cortés

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Die Holunderdrossel


Allgemeines
Die Holunderdrossel ist das der Wacholderdrossel entsprechende Pendant in Palatina. Sie ist überall in der Republik anzutreffen, allerdings oft in der Nähe von Roten Holundersträuchern. Dies hängt mit der Hauptnahrung dieses Vogels zusammen, der roten Holunderbeere, und führte letztendlich zu dem Namen. Insbesondere in den zahlreichen Holundersträuchern auf dem Palatin und um die Festung von San Vittorio herum gibt es eine große Holunderdrosselpopulation. Gebratene Holunderdrossel in Holunderbeersauce ist daher ein typisches Gericht der Region und besitzt den Spitznamen „nach Festungsart“.

Aussehen
Diese Drossel hat eine hohe Ähnlichkeit mit einer Amsel, aufgrund ihres dunkelbraunen oder schwarzen Gefieders. Allerdings ist der Bauch grauweiß, was die einzige Möglichkeit darstellt, eine Amsel und eine Holunderdrossel zu unterscheiden. Ein Laie kann sie leicht verwechseln.

Ruf und Unterarten
Der Gesang der Holunderdrossel ist berühmt und sehr beliebt. Insbesondere am späten Nachmittag und in der Abendröte erklingt ihr Lied. Allerdings muss prinzipiell neben dem Reviergesängen und den üblichen Rufen unterschieden werden. Insgesamt ähnelt das Gezwitscher dem der Amsel, ist aber meistens länger und hat ausgefallene Varianten zu bieten. Da Holunderdrosseln oft in Kolonien leben, kann es bei Reviergesängen zu mehrstimmigen Chören und madrigalähnlichen Liedern kommen. So soll der vierstimmige Kanon

Bruder Gotthart,
Bruder Gotthart,
säufst du noch?
säufst du noch?
Schmeckst du nicht den Schimmel –
Schmeckst du nicht den Schimmel –
Pfui-Igitt!
Pfui-Igitt!


ursprünglich auf den Gesang von Holunderdrosseln zurückgehen, welche der mittelalterliche Dichter Federicus Scylla im kleinen Laubwald südlich des Sees vernahm. Historiker sehen bis heute in dem deutschen Namen eine Spitze gegen die einstigen Stadtherrn Palatinas, welche das Volk unter der Führung Roderico Testabellas entmachtete – Scylla war Zeitzeuge dieser Geschehnisse.
Da die Holunderdrossel eng mit der Amsel und der Wacholderdrossel verwandt ist, gibt es keine Unterarten. Vielmehr wird die Holunderdrossel selbst als Nebenart dieser beiden Vögel gesehen.

Balzverhalten und Fortpflanzung
Holunderdrosseln wohnen in großen Kolonien, zumeist in oder in der Nähe von Holundersträuchern. Gemeinsam warnen sie einander vor Feinden oder anderen Vögeln. Es war zu beobachten, dass Vögel verschiedener Kolonien nur selten in andere Reviere aufbrechen oder sich dort niederlassen; Paarungen finden jedoch auch zwischen verschiedenen Kolonieangehörigen statt.
Während der Balz erklingt der Gesang der Holunderdrossel deutlich lauter als in sonstigen Jahreszeiten und besticht dabei durch eine größere Variation von Melodien.

Erwähnenswertes
In der Poesie spielt die Holunderdrossel eine herausragende Rolle. Schon oft ist der Unterschied und die Ähnlichkeit zwischen Holunderdrosseln und Amseln thematisiert worden. Prinzipiell ist dabei die Holunderdrossel die reinere, musikreichere und daher noblere Form, was wohl auf die Deutung des weißen Bauches im Kontrast zur völlig schwarzen Amsel zurückzuführen ist. Indes die Holunderdrossel mit dem medizinisch-heilsamen Roten Holunder assoziiert wird, spricht man der Amsel eine Nähe zum Pflaumenbaum zu. In Märchenerzählungen findet man sie als Konkurrentinnen im Gesangswettstreit oder als Paar. Oft versucht die Amsel dabei eine Holunderdrossel zu sein, da sie lieber Holunderbeeren verzehren und so schön singen will wie Amsel, was ihr aber nicht gelingt, da sie ein Amselwesen bleibt (vgl. dazu die lateinische Wendung Quid licet jovis, non licet bovis mit der palatinischen Wasse liegehet eyner Holunderdrosseley, dasse ysset noch laahanghe nische gestattygt eynem Amsellvesygen).
Seit neuerer Zeit wird aber diese Deutung völlig umgewendet. Im Gegensatz zur traditionellen Schule wird nun oft die Amsel als normaler Vogel angesehen, und die Holunderdrossel als „abnormal“, weswegen der Holunderdrossel unterstellt wird, sie wolle die Amsel imitieren und sei neidisch, weil diese völlig schwarz, jene aber einen weißen Bauchstreifen hat. Ursprung dessen ist die neunundreißigseitige Dichtung „Die gar verderblich-garstige Holunderdrosseley“ von Anselmo da Cremona, welcher zuvor die klassische Holunderdrossel-Schule gelehrt hatte, sich dann aber besann und seine eigene amsellastigere Schule gründete.
Bis heute ist der Holunderdrossel- und Amselvergleich ein hitzig diskutiertes Thema in Gelehrtenkreisen.

Einordnung
Familie der Turdidae (Drosseln): Turdus Sambucus Anselmumque allicens

Status
Bedroht [Stufe 3].
Wissen Sie, warum die europäische Gesellschaft stirbt? Sie stirbt, weil sie vergiftet worden ist. Sie stirbt, weil Gott sie geschaffen hatte um mit der katholischen Substanz ernährt zu werden und weil Kurpfuscher ihr die rationalistische Substanz als Nahrung verabreicht haben. Die einzelnen Menschen können sich noch retten, weil sie sich immer retten können. Aber die Gesellschaft ist verloren, nicht deshalb, weil ihre Rettung eine radikale Möglichkeit an sich darstellt, sondern weil die Gesellschaft meiner Überzeugung nach ganz offenbar nicht gerettet werden will. - Juan Donoso Cortés

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Der Hugendubelwaldkauz

Einleitung
Diese Vogelart wird nur selten gesichtet, weil sie sich nur nachts blicken lässt – vielmehr jedoch hört man sie oft, weshalb die Geräusche eines Hugendubel-Waldkauzes fast schon sprichwörtlich sind. Da diese Tierart jedoch heute fast ausgestorben ist, trifft der normale Palatiner kaum auf sie, was seinem normalen Schlafrhythmus durchaus zuträglich ist.
Entdeckt wurde der Kauz von dem bekannten Ornithologen Heiner an der Meise bei einem Spaziergang im Regen zwischen den Ausläufern des Gebirges und Vorgebirges im Mischwald.

Aussehen
Der Hugendubel-Waldkauz sieht eigentlich wie jeder übliche Waldkauz aus, ist rostkastanienbraun oder graukahlfahl gefärbt – allerdings verändert er bei Regen oder Gefahr sein Aussehen signifikant: er plustert sich so sehr dabei auf, dass man meinen möchte, sein ganzer Körper bewege sich nach oben. In so einer Situation sieht der Vogel tatsächlich wie ein Regenschirm aus, da seine obere Körperpartie wie ein Halbrund geformt ist, der restliche Körper dürr erscheint, fast wie ein Stab, an welchem nur beide Krallenfüße unten befestigt sind.

Ruf und Unterarten
Der Ruf ist in der Nacht weithin zu hören und hat etwas Unheimliches, Monotones, Unaufhörliches, ähnelt einem „RRuh-RRuh-RRuh“. Bei Regen jedoch ändert sich derselbe, hört sich nach einem „FLUP“ an.
An der Meise äußerte, dieser Ruf im Regen habe ihn an das Aufmachen eines Hugendubels erinnert, weshalb er dem Tiere, welches auch so aussah, den Namen gab.
Es gibt zwei Rassen des Hugendubel-Waldkauzes: eine östliche, rostkastanienbraune, welche im Gebirge, teils im Mischwald mit Tannenvorkommen lebt, dann eine graukahlfahle, welche einst hauptsächlich im Alten Wald bei Porto Vecchio beheimatet war. Beide Arten leben aber auch in den Mandro-Sümpfen, und so ziemlich an allen Stellen wo es dunkel, unheimlich und düster ist, eben da, wo man eben solche Rufe erwartet – daher findet sich der Hugendubel-Waldkauz auch immer öfters in Teilen der Schemen, auf Friedhöfen und Goth-Veranstaltungen.

Balzverhalten und Fortpflanzung
Die Fortpflanzung findet nur bei Regen statt – an der Meise erkannte dabei bereits schon sehr früh eine Verbindung zwischen dem männlichen Regentanz vorher und der anschließenden Bereitschaft des Weibchens, sich nachher zu paaren.
Hugendubel-Waldkäuze legen etwa 3 Eier, welche sie bei Gefahr in ihrem „Schirm“ (so nennt man den aufgeplusterten Bereich) verstecken können. Somit ist zwar die Anzahl von Eiern gering, doch die Wahrscheinlichkeit größer, dass alle Nachkommen auch überleben.

Geschichte
Obwohl der Hugendubel-Waldkauz offiziell von Heiner an der Meise im Januar 1498 entdeckt wurde, ist das Tier natürlich schon viel länger bekannt. An der Meise kommt jedoch der Verdienst der systematischen Eintragung und Namensbenennung zu. Hatten die Vögel allerdings bis dahin unbehelligt gelebt, wurden die Menschen nun aufmerksamer auf diese Geschöpfe. Nur ein Jahr nach seiner Bekanntmachung in akademischen Kreisen kam es dann dazu, dass bei Porto Vecchio die ersten Vögel systematisch von skrupellosen Schirmverkäufern getötet und gefangen wurden, um sie in der Republik und im Ausland zu horrenden Preisen zu verkaufen. Die günstige Lage der Stadt als Hafen ließ das Geschäft blühen. Besonders der Absatz in Irland und Britannien war immens, weshalb das Geschäft immer mehr ausgeweitet wurde in den letzten Jahren – so fand sich schon um 1550 in der Umgebung Porto Vecchios, obwohl nur wenige Meilen vom Alten Wald entfernt, kaum noch ein Hugendubel-Waldkauz.

Die Folge dieses Vorganges war die stetig zunehmende Zahl von Waldkäuzen in den Hügeln und Hainen. War der Bestand um 1500 in dieser Region nur sehr spärlich, so konnten im beginnenden 16. Jahrhundert die ersten Vögel in den Laubwäldern ausgemacht werden. An der Meise spricht von der großen „Vogelvölkerwanderung“, um ihrem größten Feind zu entrinnen. Die Situation hat sich seit dem späten 16. Jahrhundert etwas verbessert, jedoch hat die weiträumige Rodung der Wälder Palatinas dazu geführt, dass der Hugendubelwaldkauz heute zur Seltenheit geworden ist. Es gibt vielfältige Diskussionen darüber, wie die Tierart gerettet werden könnten, doch sämtliche Vorstöße verliefen bisher ergebnislos.

Der Hugendubelwaldkauz ist das Wappentier von Serravalle und ein Zeichen der Angehörigen der Friedhofswärterzunft.

Erwähnenswertes
Bis heute hält sich das hartnäckige Gerücht, welches auf Aussagen der Holzfäller im Mischwald beruht, sie hätten gesehen, wie sich ein weiblicher Hugendubel-Waldkauz mit einem Regenschirm gepaart hätte.
Erfolgreich.
Allerdings wird diese Erzählung von allen Ornithologen als Volksgeschwätz zurückgewiesen.

Einordnung
Familie der Eulen i.e.S. (Strigidae), Strix aluco umbrelloso in aquam

Status
Stark bedroht [Stufe 4].
Wissen Sie, warum die europäische Gesellschaft stirbt? Sie stirbt, weil sie vergiftet worden ist. Sie stirbt, weil Gott sie geschaffen hatte um mit der katholischen Substanz ernährt zu werden und weil Kurpfuscher ihr die rationalistische Substanz als Nahrung verabreicht haben. Die einzelnen Menschen können sich noch retten, weil sie sich immer retten können. Aber die Gesellschaft ist verloren, nicht deshalb, weil ihre Rettung eine radikale Möglichkeit an sich darstellt, sondern weil die Gesellschaft meiner Überzeugung nach ganz offenbar nicht gerettet werden will. - Juan Donoso Cortés

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