Die Marine (Marina militare)

Hier stehen alle wichtigen Informationen zu Kultur, Administration, Geschichte, Natur, Militär und Wirtschaft Palatinas im ausgehenden 18. Jahrhundert.
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Valerio Mascarpone
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Re: Die Marine (Marina militare)

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Schiffe der Marine

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Die Semifreddo entert - noch zu britischen Zeiten - ein deutlich größeres Schiff

Spätestens ab den 1750ern war klar, dass die palatinische Marine, sollte sie nicht ganz aufgelöst werden, sich auf den Schiffskauf aus dem Ausland verlegen musste. In dieser Zeit waren die letzten im Arsenale gebauten Rahsegler in einem solch schlechten Zustand, dass diese ersetzt werden mussten. Nach dem Siebenjährigen Krieg (1756 bis 1763) bot sich die Möglichkeit, günstige Schiffe zu erwerben, da die Großmächte in Friedenszeiten ihre Flotten wieder abbauen mussten. Hierbei zeigte es sich dann auch, dass die Kosten-Nutzen-Rechnung im eigenen Schiffbau nicht mehr aufging und es wesentlich effizienter kam, Schiffe zu kaufen statt sie zu bauen. Das Schiffshandwerk anderer Nationen war dabei deutlich weiterentwickelter als die heimische Zimmermannskunst. Palatina hat seitdem grundsätzlich nicht mehr in Galeeren investiert.

In den ersten Jahren erwarb die Republik noch Schiffe von verschiedenen Mächten: so kaufte man auch spanische und französische Schiffe. Mit der Zeit betrieb die Serenissima aber nicht nur eine pro-britische Politik, sondern sah sich auch eher von den britischen Schiffsmodellen überzeugt. Die heutigen Schiffe der Marine stammen größtenteils aus der Phase nach dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1775-1783). Die Royal Navy hatte im Krieg zusätzliche Schiffe in Auftrag gegeben, deren Fertigstellung aber zu einem Zeitpunkt erfolgte, als die eigentlichen Kampfhandlungen bereits vorbei waren und ein neuerlicher Rückbau der Flotte erfolgte.

Angesichts der geringeren Rolle, welche die Marine in der Dritten Republik spielt, hat sich der Einsatz der Schiffe stark gewandelt. Bereits seit Mitte des 18. Jahrhunderts unterhält Palatina nur noch ein oder zwei große Schiffe, die aus Sicht der Kritiker rein symbolische Bedeutung haben, aber praktisch nie besetzt werden. Die eigentliche Arbeit übernehmen die kleineren Schiffe als Patrouillenboote und Piratenjäger, um den Schiffsverkehr freizuhalten. Die Abgeschiedenheit der Mandragola-Inseln hat es zwingend nötig gemacht, dass die Marine trotz allem eine ständige Patrouille in palatinischen Gewässern durchführt. Auch Schmuggelschiffe werden häufiger aufgebracht. Der Armee dient die Marine als Truppentransporter: die kleinen Briggs können auch viele Flüsse der Republik befahren, die Sloop-Brigg zumindest den Rio und Mandro.

Ansonsten übernimmt die Marine Aufgaben einer Küstenwache, wie die Seenotrettung, Abschleppen in Not geratener Schiffe und Schutz für Zivilschiffe in palatinischen Gewässern.

Derzeit besteht die Marine aus sieben Schiffen, die sich wie folgt aufteilen:


1 Große Fregatte: San Leone
1 Kleine Fregatte: Nostra Signora del Gran Sasso
1 Post ship: SS. Pietro & Paolo (Pierpaolo)
1 Brig-Sloop: Tarquinio Semifreddo
2 Briggs: Timbaldo Ricotta, Ulisse Tancredi
1 Galeere: Preziosa

Insgesamt: 7 Schiffe
Es gibt drei Dinge, meine jungen Herren, die Sie sich immer ins Bewusstsein rufen müssen. Erstens: Sie müssen immer Ihren Befehlen gehorchen. Zweitens: Sie müssen jeden Mann als Ihren Feind ansehen, der schlecht über Ihren König spricht. Drittens: Sie müssen die Franzosen wie den Teufel hassen. - Horatio Nelson

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Valerio Mascarpone
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Re: Die Marine (Marina militare)

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Große Fregatte "San Leone"

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Die "Saint Andrew", heute San Leone

Die "San Leone" ist das größte, mannstärkste und kanonenstärkste Schiff der Marine und damit ihr gesamter Stolz. Sie ist vorgesehen als Flagschiff bei einer Ausfahrt der gesamten Flotte.

Die San Leone stammt wie alle Schiffe Palatinas aus einer britischen Werft und ist das Werk des Schiffsbauers George Parsons. Sie wurde noch zu Zeiten des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges in Auftrag gegeben, lief aber erst 1783 vom Stapel und damit zu so einem ungünstigen Zeitpunkt, dass sie an keinem Kriegsereignis mehr teilnehmen konnte. Die britische Krone hatte daher großes Interesse, sie zu veräußern, da sie schlicht "umsonst" gebaut worden war. Ih ursprünglicher Name lautete "Saint Andrew".

Die Serenissima erwarb sie 1785 zu einem guten Preis - zumindest angesichts der Verhältnisse. Doch schon früh wurden Stimmen laut, die den Erwerb des Schiffes kritisiserten: schließlich war die San Leone bedeutend größer als die restlichen Schiffe der Marine, und ihr Sinn und Zweck erschloss sich nicht angesichts ihrer Unfähigkeit, auch das Flusssystem der Republik zu befahren. Manche behaupten, das "Schnäppchen" hätte den Käufer blind für den Sinn und Zweck gemacht, andere meinten, der Provveditore habe auf den Kauf hingewirkt, um sich selbst ein Denkmal zu setzen.

Offiziell gilt die Fregatte, die einer "Fifth-Rate" Fregatte der Royal Navy entspricht, als Abschreckungsobjekt, insbesondere gegen den toskanischen und auch päpstlichen Nachbarn. Großherzogtum und Kirchenstaat verfügen nicht ansatzweise über ein ähnlich großes Schiff. Die Unterhaltskosten und die angespannte finanzielle Lage der Republik haben jedoch dazu geführt, dass die San Leone so gut wie nie ihren Ankerplatz in Porto Vecchio verlassen hat. Einige Marineoffiziere sind sich nicht einmal darüber im Klaren, welche Vor- und Nachteile das Schiff im Gefecht aufweist. Die Situationen, in denen die "SL" (so ihr Kosename unter Offizieren) eingesetzt wurde, waren meistens rein repräsentativer Art.

Das historische Vorbild für die San Leone ist die HMS Phoenix. Alle statistischen Werte, die hier nicht genannt werden, finden sich dort.

Große Fregatte „San Leone“
Decks: 2
Kanonen: 36
Maximalbesatzung: 270 Mann
1 Capitano da Mar
1 Commandante
2 Guardiamarina
(= 4 Offiziere)

2 Alfieri
10 Comiti
18 Nostromi (davon 1 Questore, 1 Medico, 1 Capo Cannoniere und 1 Cappellano)
(= 30 Unteroffiziere)

37 Marinai di prima classe
80 Marinai di seconda classe
75 Marinai di terza classe
(=190 Männer)

davon:

1 Nocchiere Maggiore
1 Maestro d’Ascia
1 Velaio Maggiore
1 Calafato Maggiore
1 Cuoco di bordo
2 Assistenti di Medicina
4 Nocchieri
2 Assistenti d’Ascia
2 Velai
2 Calafati
2 Assistenti di cucina

Zusätzlich:

10 Camerieri
1 Barbiere
1 Sarto
1 Panettiere
1 Fabbro
1 Macellaio
1 Ministrante
Bild
Grafische Darstellung einer vollbesetzten San Leone (Zum Vergrößern klicken)

Im Gegensatz zu allen anderen Schiffen der Marine füllt die oben genannte Vollbestazung die ganze mögliche Mannzahl nicht aus. Es ist angedacht, dass in Gefechtssituationen zusätzlich Soldaten (nämlich 30 Mann) an Deck ihren Dienst tun.
Es gibt drei Dinge, meine jungen Herren, die Sie sich immer ins Bewusstsein rufen müssen. Erstens: Sie müssen immer Ihren Befehlen gehorchen. Zweitens: Sie müssen jeden Mann als Ihren Feind ansehen, der schlecht über Ihren König spricht. Drittens: Sie müssen die Franzosen wie den Teufel hassen. - Horatio Nelson

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Re: Die Marine (Marina militare)

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Kleine Fregatte "Nostra Signora del Gran Sasso"

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Die "Nostra Signora" (damals: HMS Aquilon) im Kampf mit einem französischen Schiff (links)

Die "Nostra Signora del Gran Sasso" - die fast durchweg nur als "Nostra Signora" bezeichnet wird - ist ein Schiff der britischen Coventry-Klasse und gehört zu den ältesten, aber zugleich exquisitesten Schiffen der Flotte. Bereits 1758 lief sie in Deptford vom Stapel, die Royal Navy qualifizierte sie als "Sixth-Rate"-Fregatte. Ihr Schiffbauer war Robert Inwood nach einem Design von Thomas Slade. Das Schiff gehört zu einer sehr erfolgreichen Klasse von Schiffen, die im Siebenjährigen Krieg und im Amerikansichen Unabhängigkeitskrieg ihren Dienst versahen. Die damals als "HMS Aquilon" titulierte kleine Fregatte versah einen sehr erfolgreichen Dienst im Siebenjährigen Krieg; allein acht Schiffe, mehrheitlich Freibeuter, wurden von ihr geentert.

Nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges galt die HMS Aquilon so wie viele andere Schiffe als "surplus" der Royal Navy, weshalb man sich von ihr möglichst schnell und gewinnbringend trennen wollte. Die Serenissima erwarb das Schiff über Unterhändler zu einem Preis von 725 Pfund. Bis zum Erwerb der San Leone galt die zur "Nostra Signora" umgetaufte Fregatte als bestes Schiff der Marine und auch als offizielles Flaggschiff. Obwohl sie mittlerweile zu einer älteren Baureihe gehört, hat sie nichts von ihrer Tüchtigkeit auf See eingebüßt. Ihr Schwesterschiff, die HMS Carysfort, die ihren Dienst in der Royal Navy weiterhin versieht, hat in den Kriegen gegen das revolutionäre Frankreich einige Achtungssiege errungen. Man sagt der Nostra Signora nach, über ähnliche Eigenschaften zu verfügen.

Das Schiff kann die Flüsse der Republik nicht befahren und liegt in Porto Vecchio vor Anker. Die Nostra Signora gilt als das größte stets einsatzbereite Schiff, das auch meistens die Aufträge ausführt, die jenseits der Republikgrenzen anfallen. Die Marine hat eine gute Meinung zu diesem Schiff, und viele zukünftige Provveditori haben auf ihr seit ihrem Erwerb im Jahr 1776 gedient.

Die "Nostra Signora" basiert auf der HMS Aquilon, die tatsächlich existierte und verkauft wurde. Weitere Informationen auch unter der HMS Carysfort, die ebenfalls als Inspiration dient. Auf den Seiten finden sich weiterführende Statistiken, die hier nicht vermerkt sind.

Kleine Fregatte „Nostra Signora del Sasso Grande“
Decks: 1
Kanonen: 28
Maximalbesatzung: 200
1 Capitano da Mar
1 Commandante
2 Guardiamarina
(= 4 Offiziere)

1 Alfiere
9 Comiti
18 Nostromi (davon 1 Questore, 1 Medico, 1 Capo Cannoniere, 1 Cappellano)
(= 28 Unteroffiziere)

38 Marinai di prima classe
72 Marinai di seconda classe
53 Marinai di terza classe
(=163 Männer)

davon:

1 Nocchiere Maggiore
1 Maestro d’Ascia
1 Velaio Maggiore
1 Calafato Maggiore
1 Cuoco di bordo
2 Assistenti di Medicina
3 Nocchieri
2 Assistenti d’Ascia
2 Velai
2 Calafati
2 Assistenti di cucina

8 Camerieri
1 Barbiere
1 Sarto
1 Panettiere
1 Fabbro
1 Macellaio
1 Ministrante
Bild
Grafische Darstellung einer vollbesetzten Nostra Signora (Zum Vergrößern klicken)
Es gibt drei Dinge, meine jungen Herren, die Sie sich immer ins Bewusstsein rufen müssen. Erstens: Sie müssen immer Ihren Befehlen gehorchen. Zweitens: Sie müssen jeden Mann als Ihren Feind ansehen, der schlecht über Ihren König spricht. Drittens: Sie müssen die Franzosen wie den Teufel hassen. - Horatio Nelson

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Post ship "SS. Pietro & Paolo"

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Die Pierpaolo fährt im Konvoi mit zwei Fregatten

Die "SS. Pietro und Paolo" - für die sich zuerst umgangssprachlich, dann auch offiziell der Name "Pierpaolo" eingebürgert hat - war eines von zehn Schiffen der britischen "Sphinx"-Klasse, die sich im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg verdient machte. Sie wurde von John Williams* entworfen. Von Seeoffizieren manchmal fälschlich als "kleine Fregatte" bezeichnet, führte sie die Royal Navy als "Post ship", und damit als Kategorie unterhalb der "Sixth-Rate"-Fregatte. Der ursprüngliche Name des Schiffes ist nicht mehr überliefert, bekannt ist aber, dass sie an der Penobscot Expedition (1779) und der Belagerung von Charleston (1780) teilnahm und Mitte der 1770er vom Stapel lief. Ansonsten war sie dafür bekannt, die amerikanischen und französischen Versorgungsouten zu stören, indem sie einzelne Handelsschiffe aufbrachte. In den Besitz der Republik kam sie 1783, damals, um ein stark beschädigtes Schiff der Marine zu ersetzen, das im Laufe eines Sturms auf Untiefen gestoßen war.

Die Fähigkeiten der Pierpaolo sollten den Offiziersstab der Admiralität jedoch bald enttäuschen. Das Schiff stellte sich zwar als gut bewaffnet und robust heraus - gilt jedoch als langsamstes Schiff der Flotte. Sie kann zudem zwar den Rio hinauffahren und damit im Bassin ankern - jedoch ist bereits der nur etwas schmalere Mandro schon nicht mehr tief genug. Die Amiralität hatte sich ursprünglich eine bessere Einsetzbarkeit als Truppentransproter versprochen.

Es dauerte einige Jahre, bis man der Pierpaolo mehr Wertschätzung entgegenbrachte. Sie hat sich seitdem insbesondere als Patrouillenschiff hervorgetan, das die Seegrenzen Palatinas überwacht und sehr lange auf See bleiben kann, ohne versorgt werden zu müssen.

Die Pierpaolo gehört der historischen Sphinx-Klasse an, deren bekannteste Vertreterin die HMS Camilla ist; nähere Statistiken finden sich dort.

Post ship „SS. Pietro & Paolo“
Decks: 1
Kanonen: 20
Maximalbesatzung: 140
1 Capitano da Mar
1 Commandante
1 Guardiamarina
(= 3 Offiziere)

1 Alfiere
8 Comiti
14 Nostromi (davon 1 Questore, 1 Medico und 1 Capo Cannoniere)
(= 23 Unteroffiziere)

32 Marinai di prima classe
42 Marinai di seconda classe
40 Marinai di terza classe
(= 114 Männer)

davon:

1 Nocchiere Maggiore
1 Maestro d’Ascia
1 Velaio Maggiore
1 Calafato Maggiore
1 Assistente di Medicina
1 Cuoco di bordo
2 Nocchieri
1 Assistente d‘Ascia
1 Velaio
1 Calafato
1 Assistente di Cucina
Bild
Grafische Darstellung einer vollbesetzten Pierpaolo (Zum Vergrößern klicken)
__________________
*Der Schiffbauer, nicht der Komponist, verdammt!
Es gibt drei Dinge, meine jungen Herren, die Sie sich immer ins Bewusstsein rufen müssen. Erstens: Sie müssen immer Ihren Befehlen gehorchen. Zweitens: Sie müssen jeden Mann als Ihren Feind ansehen, der schlecht über Ihren König spricht. Drittens: Sie müssen die Franzosen wie den Teufel hassen. - Horatio Nelson

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Brigg-Sloop "Tarquinio Semifreddo"

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Die Semifreddo rettet Schiffbrüchige

Die Semifreddo ist eine Spezialanfertigung britischer Bauart, von der es nur drei Exemplare auf der Welt gibt; die beiden anderen Schiffe derselben Klasse sind die HMS Speedy und die HMS Flirt. Alle drei Schiffe wurden während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges entworfen und gebaut. Ihr Entwickler, der Schiffbauer Thomas King, war auf eine solche Bauweise spezialisiert, die Eigenschaften von Sloop, Cutter und Brigg miteinander kombiniert. Die als "Speedy"-Klasse bezeichnete Schiffreihe sollte in Rekordzeit den Atlantik überwinden und als Eskortschiff schnell an seine Einsatzpunkt gelangen. Tatsächlich gelten diese Schiffsmodelle als übermäßig schnell und können größere Kaliber spielend ausmanövrieren.

Alle drei Schiffe liefen am Ende des Krieges vom Stapel, alle drei waren damit zu spät fertiggestellt worden, um in den aktiven Dienst zu treten. Dies war der Hauptgrund, warum keine weiteren Modelle derselben Klasse folgten. Obwohl insbesondere die "Speedy" Geschwindigkeitsrekorde aufstellte, hatte die Royal Navy im Grunde keinerlei Interesse mehr an diesem Schiffstypus. Das Schwesterschiff HMS Flirt sollte später sogar als Walfänger enden.

Die palatinische Marine dagegen bekundete sofort Interesse an diesem Modell, um es gegen die Barbareskenpiraten und als schnellen Kurier einzusetzen, der zudem auf den Flüssen der Republik fahren konnte; es war schlichtwegg genau das Schiff, das für die geänderte Situation der geschrumpften Seestreitkräfte gebraucht wurde. London blockierte den Kauf jedoch immer wieder unter fadenscheinigen Gründen, wohl, weil man nicht wollte, dass die Schiffsbautechnologie der schnellen Brigg an fremde Mächte gelangte.

Es dauerte daher bis 1789, dass man endlich die in "Tarquinio Semifreddo" umgetaufte Sloop-Brigg erwerben konnte - zum stolzen Preis von 450 Pfund. Der Dogenberater der Finanzen soll darüber gegrummelt haben, dass man für 250 Pfund mehr eine neue, kleine Fregatte hätte erwerben können, doch die Admiralität verteidigt die Entscheidung bis heute vehement. Die Semifreddo gilt bis heute als das Schiff, das für die verschiedensten Zwecke eingesetzt werden kann und in kürzester Zeit den Einsatzort erreicht.

Die Semifreddo ist dafür bekannt, zumindest inoffiziell in einen militärischen Konflikt involviert worden zu sein, als im Zuge des Venezianischen Krieges gegen Tunesien die dortigen Korsaren wieder im Mittelmeer aktiv wurden. Obwohl die Republik ihr altes Bündnis mit Venedig nicht reaktivierte, gab es doch zumindest in der Marine starke Sympathien und Unterstützungsgesten. In einem stillschwiegenden Abkommen durfte die Semifreddo - offiziell gegen Anweisung Palatinas - vor der nordafrikanischen Küste kreuzen und brachte das eine oder andere tunesische Schiff auf. Die genauen Begebenheiten werden aufgrund delikater internationaler Verwicklungen bis heute nicht bekanntgegeben. Es wird spekuliert, dass der Verkauf der Semifreddo unter der Prämisse eines solchen Einsatzes ausgehandelt wurde, da Großbritannien den französischen Einfluss in Tunis stören wollte.

Die Semifreddo ankert im Bassin des Ex-Arsenale. Sie kann Rio wie Mandro befahren, zusätzlich den Chiarino, den Miele Superiore und den Tondo; das bedeutet, dass sie auch die Binnenhäfen von Cannelloni, Mulino, Belgrano, Castiglione, Fiumicino und Ponte Ficchi, sowie über den Leocorno-Kanal und den Lago dell'Amore Ocascura erreicht.

Das historische Vorbild dieses Schiffes ist die HMS Speedy, wo sich alle weiterführenden Statistiken finden, die hier nicht aufgeführt sind.


Brig-Sloop „Tarquinio Semifreddo“
Decks: 1
Kanonen: 14
Maximalbesatzung: 90
1 Capitano da Mar
1 Commandante
1 Guardiamarina
(= 3 Offiziere)

1 Alfiere
5 Comiti
11 Nostromi (davon 1 Questore, 1 Medico und 1 Capo Cannoniere)
(= 17 Unteroffiziere)

17 Marinai di prima classe
33 Marinai di seconda classe
20 Marinai di terza classe
(70 Männer)

davon:

1 Nocchiere Maggiore
1 Maestro d’Ascia
1 Velaio Maggiore
1 Calafato Maggiore
1 Assistente di Medicina
1 Cuoco di bordo
1 Nocchiere
1 Assistente d‘Ascia
1 Velaio
1 Calafato
1 Assistente di Cucina
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Grafische Darstellung einer vollbesetzten Tarquinio Semifreddo (Zum Vergrößern klicken)
Es gibt drei Dinge, meine jungen Herren, die Sie sich immer ins Bewusstsein rufen müssen. Erstens: Sie müssen immer Ihren Befehlen gehorchen. Zweitens: Sie müssen jeden Mann als Ihren Feind ansehen, der schlecht über Ihren König spricht. Drittens: Sie müssen die Franzosen wie den Teufel hassen. - Horatio Nelson

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Re: Die Marine (Marina militare)

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Zwillings-Briggs "Timbaldo Ricotta" und "Ulisse Tancredi"

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Die "Timbaldo Ricotta" stellt ein französisches Schiff, das sich in palatinische Gewässer "verirrt" hat

Die Republik verfügt über zwei kleine Briggs, die von der britischen Royal Navy aufgekauft wurden. Sie gehören beide der so genannten "Childers-class" an. Das genaue Baudatum ist nicht mehr bekannt, der Kauf erfolgte irgendwann im Laufe der späten 1770er oder frühen 1780er Jahre. Die Timbaldo Ricotta ist dabei das ältere Schiff, die Ulisse tancredi folgte später, da sich die Serenissima vom Schiffskonzept überzeugt sah. Die Briten sehen diesen Schfifstypus dagegen als veraltet an.

Beide Schiffe nehmen eine Schlüsselrolle in der Marine ein. Die Zwillings-Briggs sind die meistverwendeten Schiffe der Flotte, da ihr niedriger Tiefgangnahezu alle Flussnetze der Republik befahren kann und auch Riffe, Sandbänke und Küstengewässer problemlos befahren kann, wo andere Modelle versagen. Beide Schiffe wurden immer wieder als Kurierschiffe, Truppentransporter und Verstärkungsschiffe bei der Piratenabwehr eingesetzt. Sie sind zwar weder stark bewaffnet noch übermäßig bemannt, können aber zur Zollkontrolle und Schmugglereindämmung die ihnen übertragenen Aufgaben meistern. In jüngster Zeit dienen sie auch Forschungsmissionen der Akademie, die wissenschaftliche Untersuchungen von Wind, Meer und Biologie beinhalten.

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Die "Ulisse Tancredi" kreuzt vor Sirena

Die Marine hat daher mehrfach überlegt, die Flotte um eine dritte Brigg zu erweitern. Aufgrund ihres häufigen Einsatzes sind die Schiffe trotz ihrer geringen Größe nicht unbeliebt. Beide Briggs ankern im Bassin des einstigen Arsenale. In der Marinekriegsführung sind sie nur im Konvoi vorgesehen.

Die historischen Vorbilder der beiden Schiffe sind die HMS Drake und die HMS Childers.

Briggs „Timbaldo Ricotta“ und „Ulisse Tancredi“
Decks: 1
Kanonen: 14
Besatzung: 80
1 Capitano da Mar
1 Commandante
1 Guardiamarina
(= 3 Offiziere)

1 Alfiere
5 Comiti
11 Nostromi (davon 1 Questore, 1 Medico und 1 Capo Cannoniere)
(= 17 Unteroffiziere)

13 Marinai di prima classe
29 Marinai di seconda classe
18 Marinai di terza classe
(60 Männer)

davon:

1 Nocchiere Maggiore
1 Maestro d’Ascia
1 Velaio Maggiore
1 Calafato Maggiore
1 Assistente di Medicina
1 Cuoco di bordo
1 Nocchiere
1 Assistente d‘Ascia
1 Velaio
1 Calafato
1 Assistente di Cucina

1 Barbiere
1 Cameriere
Bild
Grafische Darstellung einer vollbesetzten Brigg (Zum Vergrößern klicken)
Es gibt drei Dinge, meine jungen Herren, die Sie sich immer ins Bewusstsein rufen müssen. Erstens: Sie müssen immer Ihren Befehlen gehorchen. Zweitens: Sie müssen jeden Mann als Ihren Feind ansehen, der schlecht über Ihren König spricht. Drittens: Sie müssen die Franzosen wie den Teufel hassen. - Horatio Nelson

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Galeere "Preziosa"

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Ein Gemälde der "Preziosa" kurz nach dem Stapellauf 1735

Die "Preziosa" ist nicht nur die letzte Galeere, sondern auch das letzte in Palatina gebaute Schiff. Ursprünglich als Ausflugsschiff des Dogen geplant, hat die Geschichte andere Aufgaben für sie bestimmt. Die Galeere ist heute vor allem als letzte Station für Galeerensträflinge bekannt, "die Preziosa sehen" heißt im Jargon von San Pietro so viel wie "sich dem Tod ausliefern". Die Zustände an Bord sind miserabel, und notdürftige Ausbesserungen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass dieses Schiff schon längst hätte ausgemustert werden müssen. Ob Nostalgie oder Abschreckung: die Republik will sich von diesem anachronistischen Überbleibsel bis heute nicht trennen.

Ihre Aufgaben sind dabei massiv eingeschränkt. Früher ein potenzielles Patrouillenboot und Truppentransporter, hat die Republik mittlerweile Zweifel daran, ob die Häftlinge angesichts ihrer minderen Leistung überhaupt noch dazu fähig sind, ihre Aufgaben auszufüllen. Heute dient die Galeere höchstens noch als Warenlieferant und Versorgungsschiff im küstennahen Gebiet. Ab und zu befördert sie auch militärisches Personal, etwa, wenn ein Offizier an seine Dienststelle gebracht werden muss. Ob das abgehalfterte Schiff noch kriegstauglich ist, wird in der Admiralität offen bezweifelt.

Galeere „Preziosa“
Decks: 1
Kanonen: 8
Ruderer: 180 (Gefangene)
Matrosen: 40
Es gibt drei Dinge, meine jungen Herren, die Sie sich immer ins Bewusstsein rufen müssen. Erstens: Sie müssen immer Ihren Befehlen gehorchen. Zweitens: Sie müssen jeden Mann als Ihren Feind ansehen, der schlecht über Ihren König spricht. Drittens: Sie müssen die Franzosen wie den Teufel hassen. - Horatio Nelson

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