Die Markthalle

Die Insel in der Mitte Palatinas ist die Heimat des vermögenden Bürgertums und niederen Nobili. Geographisch immer noch der Kern Palatinas, hat die Neustadt ihre Bedeutung als Stadtzentrum verloren. Anders als die übrigen Viertel ist es keiner Ideologie zuzuordnen und gilt noch am ehesten als Refugium des normalen Stadtlebens.
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Die Signoria
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Die Markthalle

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Die Markthalle am Marktplatz

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Die Markthalle im palladianischem Stil erhebt sich mit ihrem opulenten Kuppeldach über Markt und Stadt. Noch immer spannen sich ihre Bögen ellenweit, unterbrochen von geschmackvollen Säulen; doch die Lebendigkeit, die ihr einst anhaftete, ist nur noch als Schatten, als Gefühl spürbar, wenn man durch die ruhigen Räume geht. Als Palatina noch eine klassische Handelsrepublik war, herrschte hier reges Treiben, besaßen Händler – ob nah oder fern – ein Kontor hier, fanden Börsenspekulationen statt oder kamen fuhrenweise Karren aus allen Himmelsrichtungen. Doch die Kaufmannskonferenzen sind ebenso abgeschafft worden wie die Börse. Palatinische Händler spielen nur noch eine untergeordnete Rolle als Lokal- und Regionalhändler in der Toskana und Latium, die vor allem britische und niederländische Güter von Palatina in die entlegeneren Orte bringen, und Waren von dort zurück zum Hafen transportieren. Kaum ein Kaufmann, der noch ein eigenes Schiff besitzt; ja, selbst die Männer, die Pachtanteile an Schiffen haben, ist sehr gering geworden.

Heute ist die Martkhalle vor allem ein Verteilerlager, das Waren aus den Niederlanden, Großbritannien und Frankreich gegen lokale Güter eintauscht und diese zurück nach Porto Vecchio schickt. Auch die Händler aus anderen Städten sind rar geworden. Ganz selten kommt ein Genueser vorbei; Venezianer dagegen hat man seit Jahren nicht mehr gesehen. Der Verwalter Fontina ist zwar stets aufgeschlossen, wenn jemand Waren braucht. Doch der Warenkauf und Warenverkauf ist nicht mehr der Hauptgrund, warum Palatiner unter den Arkaden wandeln.

Heute lungern Quacksalber, Scharlatane, Akrobaten, Pantomimen und Straßenkünstler dort herum, wo sich einst die Wechseltische und Auslagen befanden. Das vergnügungssüchtige Volk ergötzt sich an lustigen Zwergen oder falschen Doktoren, die Wundermittelchen anbieten. Mancher Verkäufer pustet aus Seifenblasen die unmöglichsten Formen, um sein Wässerchen für Kinder schmackhaft zu machen – und Seiltänzer haben ihre Taue zwischen den Säulen gespannt, um darauf zu balancieren.
So vergeht der Ruhm der Welt.

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NPC

Cornelio Fontina (grün/#00BF00): Verwalter der Markthalle. Unscheinbarer Herr, gewissenhaft, tut seine Arbeit. Wirkt ambitionslos, gibt seinen Mitarbeitern früher frei und schließt die Halle oftmals schon vor Schluss, wenn wenig zu tun ist (was häufig zutrifft).
Wissen Sie, warum die europäische Gesellschaft stirbt? Sie stirbt, weil sie vergiftet worden ist. Sie stirbt, weil Gott sie geschaffen hatte um mit der katholischen Substanz ernährt zu werden und weil Kurpfuscher ihr die rationalistische Substanz als Nahrung verabreicht haben. Die einzelnen Menschen können sich noch retten, weil sie sich immer retten können. Aber die Gesellschaft ist verloren, nicht deshalb, weil ihre Rettung eine radikale Möglichkeit an sich darstellt, sondern weil die Gesellschaft meiner Überzeugung nach ganz offenbar nicht gerettet werden will. - Juan Donoso Cortés

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