Foscari schaut mit hochgezogenen Augen auf den Restaurantführer, der bewusstlos am Boden liegt.
Dann sieht der Dogenberater zu den baffen Kellnern im Hintergrund.
Ihr habt sie gehört.
Die Kellner wahren nach außen Contenance. Sie gehen rückwärts zurück. Verneigen sich. Verschwinden in der Küche.
Dort bricht Hektik aus. Die Köche laufen wie kopflose Hühner herum, beginnen, jeden einzelnen Rosmarinzweig aus den Vorräten zu inspizieren, zu bürsten und zu trimmen.
Sekunden später erscheinen fünf Kellner in einer beinahe militärisch geordneten Kolonne, jeder mit einem Teller und einem erlesenen Rosmarinzweig darauf.
Das Ristorante „Repubblica“
- Marco Foscari
- Jakobinerfresser

- Beiträge: 72
- Stadtteil: Città Antica
- Schicht: Nobiluomo
- Beruf: Dogenberater
- Gesinnung: Reaktionär
- Fraktion: Leonisti
Re: Das Ristorante „Repubblica“
In dem Moment, da sich der Staat von seinen kulturellen Fesseln löst – der Kirche, zivilen Institutionen, Sitten und Bräuchen – wendet sich nicht nur der Bauer gegen den Adligen, sondern auch der Arme gegen den Reichen; aus Gleichheit vor dem Recht pervertiert die Vorstellung sozialer Gleichheit. Zuletzt wendete sich gar der Idiot gegen das Genie, weil dieser das Verbrechen begangen hat, anders zu sein als er selbst. - Vittorio Barzoni
- Salomè Albizzi
- Musisch begabt

- Beiträge: 17
- Stadtteil: Città Nuova
- Schicht: Cittadina
- Gesinnung: Reaktionär
Re: Das Ristorante „Repubblica“
Etwas gelangweilt inspiziert Salomè die Auslese.
Zu lang. Zu kurz. Zu krumm. Das ist doch keine Kunst, das ist Gemüse!
Salomè lässt die Zweige zurück auf die silberne Servierplatten fallen, als wären sie eine persönliche Beleidigung.
Ich werde so nicht essen.
Ein junger Kellner, der offenbar gerade seine erste Woche im Dienst absolvierte, wagt einen Vorschlag.
Vielleicht könnten wir in den Gärten nach frischem Rosmarin suchen?
Salomès Stimme schwillt an, als hätte der junge Mann gerade die Lösung aller Weltprobleme präsentiert.
Warum habt Ihr das nicht gleich getan? Und bitte – sucht im gesamten Viertel! In der Dunkelheit könnte der richtige Rosmarin ja leicht übersehen werden.
Freudig klatscht sie Applaus wie bei einer Zugabe. Sie scheint versöhnt.
Die Kellner sehen sich untereinander an. Dunkle Blicke lasten auf dem Neuen.
Zu lang. Zu kurz. Zu krumm. Das ist doch keine Kunst, das ist Gemüse!
Salomè lässt die Zweige zurück auf die silberne Servierplatten fallen, als wären sie eine persönliche Beleidigung.
Ich werde so nicht essen.
Ein junger Kellner, der offenbar gerade seine erste Woche im Dienst absolvierte, wagt einen Vorschlag.
Vielleicht könnten wir in den Gärten nach frischem Rosmarin suchen?
Salomès Stimme schwillt an, als hätte der junge Mann gerade die Lösung aller Weltprobleme präsentiert.
Warum habt Ihr das nicht gleich getan? Und bitte – sucht im gesamten Viertel! In der Dunkelheit könnte der richtige Rosmarin ja leicht übersehen werden.
Freudig klatscht sie Applaus wie bei einer Zugabe. Sie scheint versöhnt.
Die Kellner sehen sich untereinander an. Dunkle Blicke lasten auf dem Neuen.
Weil Geld etwas Sündiges ist, muss es verschleudert werden. - Coco Chanel
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